Heimtrainer – Radeln in den eigenen vier Wänden

HeimtrainerFahrradfahren macht Spaß – aber schlechtes Wetter, platte Reifen und fehlende Radwege können das Vergnügen mitunter ganz schön trüben. Deswegen ist die Anschaffung eines Heimtrainers bestens geeignet, um das Fitnessprogramm auf dem Drahtesel nach drinnen zu verlegen. Welche Vorteile Ihnen ein Heimtrainer bietet und was Sie beim Kauf beachten sollten, verrät Ihnen dieser Beitrag.

Heimtrainer Test 2017

Was genau ist ein Heimtrainer?

Heimtrainer_KettlerDer Begriff Heimtrainer wird sehr unterschiedlich verwendet. Im engeren Sinne bezeichnet er einen Fahrrad-Heimtrainer, auch Fitness-Fahrrad oder Fitnessbike genannt. Es gibt allerdings auch Leute, die jegliche Art von Fitnessgerät für den privaten Bereich – also auch Laufbänder, Crosstrainer, Stepper und so weiter – als Heimtrainer bezeichnen. Wir gehen hier jedoch von der konkreteren Bedeutung aus, also der eines Fahrrad-Heimtrainers.

Ein Heimtrainer ist demnach zunächst einmal ein Fahrrad für den Indoor-Bereich. Er wird mithilfe von Pedalen angetrieben, die ein Schwungrad in Bewegung setzen. Der Trainierende sitzt dabei auf einem Sattel und hält sich an den Handläufen fest, die sich dort befinden, wo beim normalen Fahrrad der Lenker ist. Ein Fahrrad-Heimtrainer hat jedoch keine Räder, sondern steht auf einem stabilen Rahmen.

Der Antrieb erfolgt beim Heimtrainer ausschließlich durch die Muskelkraft des Trainierenden, der meist ein Magnetbremssystem mit einer bestimmten Schwungmasse gegenübersteht. Dabei lässt sich der Widerstand beim Treten verstellen, sodass die Trainingsintensität variiert werden kann. Ein Trainingscomputer sorgt dafür, dass Sie die wichtigsten Trainingswerte wie Zeit, Distanz und Kalorienverbrauch stets im Blick haben. Einige Heimtrainer verfügen außerdem über die Möglichkeit, die Pulsfrequenz des Trainierenden zu messen.

Worin unterscheiden sich Heimtrainer und Ergometer?

Die häufigste Vermischung der Begriffe ist bei Heimtrainer und Ergometer zu finden. Tatsächlich sind sich diese beiden Fitnessgeräte sehr ähnlich, denn beide wurden dem normalen Fahrrad nachempfunden. Es gibt jedoch einige Merkmale, die Ihnen helfen, das in der Regel deutlich teurere Ergometer vom Heimtrainer zu unterscheiden:

  • Widerstand: Der Trainingswiderstand lässt sich beim Heimtrainer zwar stufenweise verstellen, aber nicht genau messen. Beim Ergometer ist die sehr exakte Erfassung dieser Werte jedoch Pflicht, weil dieses Gerät ursprünglich für die Anwendung in der Sportmedizin entwickelt wurde.
  • Leistung: Während der Heimtrainer im Durchschnitt eine Leistung von bis zu 140 Watt erbringen kann, schafft es ein Ergometer auf bis zu 400 Watt. Dadurch genügt das Ergometer auch höchsten Trainingsansprüchen. Ermöglich wird die höhere Leistung durch den Stromanschluss, der beim Fahrrad-Heimtrainer fehlt.

Etwas vereinfacht ausgedrückt könnte man also sagen, dass das Ergometer die höherwertige Variante des Fahrrad-Heimtrainers ist. Meistens ist beim Ergometer auch der Trainingscomputer noch um einiges vielseitiger als beim Heimtrainer. Das bedeutet keineswegs, dass nicht auch das Fitnessbike zu sehr guten Trainingsergebnissen führen kann. Aber wenn Sie ein Fahrrad für das Indoor-Training kaufen möchten und speziell nach einem Ergometer schauen, sollten Sie sich vergewissern, dass es sich dabei auch tatsächlich um ein entsprechend gut ausgestattetes Gerät handelt und nicht um einen Heimtrainer, der zu einem höheren Preis verkauft werden soll.

Welche Vorteile bietet das Training auf einem Heimtrainer?

Das Training auf dem Heimtrainer findet komplett im Sitzen statt, sodass auf den Gelenken überhaupt kein Gewicht lastet. Das macht das Indoor-Fahrrad zu einem sehr schonenden Fitnessgerät, das zum Beispiel auch für Menschen in Frage kommt, die unter Hüftbeschwerden leiden. Auch stark übergewichtige Menschen, die für das Training auf einem Laufband (noch) nicht fit genug sind, können somit langsam anfangen, etwas für ihr Herz-Kreislauf-System zu tun. Erfahrungen zufolge stellt sich hierbei der Effekt am besten ein, wenn an mindestens drei Tagen pro Woche jeweils zwischen 30 und 60 Minuten trainiert wird.

Wer zusätzlich darauf achtet, dass er pro Trainingseinheit mindestens 250 Kilokalorien verbraucht, darf darüber hinaus mit einem langsamen Abnehmen rechnen – vorausgesetzt natürlich, auch die Ernährungsgewohnheiten werden entsprechend umgestellt.

Tipp! Für die Fettverbrennung ist es optimal, wenn Sie bei 65% Ihrer maximalen Herzfrequenz trainieren. Diese ist von Mensch zu Mensch verschieden, als Faustregel gilt jedoch: 220 minus Ihr Lebensalter ergibt die maximale Herzfrequenz in Schlägen pro Minute. Ein Fünfzigjähriger müsste demnach also bei 65% von 170 trainieren, das sind 110 Schläge pro Minute.

Kann das Training mit dem Heimtrainer auch Nachteile haben?

Beim Training auf einem Fahrrad-Heimtrainer werden ausschließlich die Beinmuskeln trainiert, wobei die Gelenke komplett vom Eigengewicht des Körpers entlastet werden. Dieser schonende Effekt ist sehr gut für Menschen mit einer entsprechenden Indikation.

Bei gesunden Menschen besteht jedoch die Gefahr, dass wichtige Muskelgruppen vernächlässigt werden, wenn sie ausschließlich auf dem Heimtrainer trainieren. So werden beispielsweise die Arm- und Rückenmuskulatur überhaupt nicht beansprucht. Als dauerhafte alleinige Variante des Fitnesstrainings ist der Fahrrad-Heimtrainer deswegen nicht optimal.

Abhilfe kann jedoch sehr leicht geschaffen werden, indem Sie Ihr Training durch entsprechendes Zubehör variieren. Auch wer kein zweites Fitnessgerät wie ein Laufband oder einen Crosstrainer zur Verfügung hat – wovon in den meisten Privathaushalten auszugehen ist – hat verschiedene Möglichkeiten, die beim Heimtrainer nicht beanspruchten Muskelgruppen zu stärken. Sit-ups auf einer Yogamatte stärken beispielsweise die Bauch- und Rückenmuskeln. Auch ein Gymnastikball oder ein Fitnessband können vielfältig für das Rückentraining eingesetzt werden, und ein Set Trainingshanteln für die Arme gibt es inzwischen vielerorts günstig zu kaufen.

Bei welchen Herstellern kann ich einen guten Heimtrainer günstig kaufen?

Wer nach einem Testbericht für einen Heimtrainer Test sucht, wird unter Umständen sogar bei renommierten Testern Schwierigkeiten haben, einen reinen Fahrrad-Heimtrainer Test zu finden. So hat beispielsweise die Stiftung Warentest unter der Überschrift Heimtrainer Test 2013 sowohl Crosstrainer als auch Fahrrad-Heimtrainer geprüft. Wenn Sie sich nur für die Eigenschaften der verschiedenen Heimtrainer interessieren, können Sie jedoch unsere Testberichte zurate ziehen.

Heimtrainer_HammerEiniges ist dem Heimtrainer Test der Stiftung Warentest dennoch zu entnehmen. So lautet zum Beispiel die Empfehlung, keinen klappbaren Heimtrainer zu kaufen, weil diese nicht stabil genug seien. Außerdem entsprachen die Bewegungsabläufe bei dem getesteten klappbaren Heimtrainer (dem F-Bike von Ultrasport) nicht denen des natürlichen Radfahrens. Sehr gut abgeschnitten hat bei diesem Heimtrainer Test jedoch der Paso 109, ein Fahrrad-Heimtrainer von Kettler.

In den Nutzer-Erfahrungsberichten regelmäßig gut bewertet wird auch der Heimtrainer AL 1 von Christopeit. Außerdem erfreuen sich verschiedene Modelle von Hammer und Klarfit in den Online-Shops einiger Beliebtheit.

Ultrasport
Christopeit Hammer
Gründungsjahr 2009 1976 1900
Besonderheiten
  • auf Sport und Freizeit spezialisiert
  • separater Ersatzteile-Shop
  • großer Sporthersteller
  • deutsches Unternehmen
  • Händler in über 50 Ländern
  • verfügt über viele eigene Marken

Vor- und Nachteile eines Heimtrainers

  • Training im Eigenheim
  • Ausdauer kann effektiv trainiert werden
  • nimmt viel Platz ein

Heimtrainer – unser Tipp für Sie

Kaum ein anderes Fitnessgerät stellt so wenige Ansprüche an Ihr Koordinationsvermögen wie der Heimtrainer: Sie sitzen sicher auf dem Sattel, müssen also nicht die Balance halten. Deswegen ist das Fitness-Fahrrad das ideale Trainingsgerät zur Nutzung „nebenbei“. Fernsehen ist hier ebenso problemlos möglich wie das Lesen von Zeitschriften oder Büchern. Nutzen Sie das, um sich selbst zu regelmäßigen und langsam länger andauernden Trainingseinheiten zu motivieren. Denn wer beim Strampeln seine Lieblingssendung sieht oder in einem spannenden Roman schmökert, merkt gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht.

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